Eine Bäckerei mit vollmechanisiertem Senking-Ofen, eine Schlachterei mit Kühlhaus, eine Limonadenfabrik und ein Kaufmannsladen – die Einkaufsstraße einer Kleinstadt, 1.000 Kilometer von der nächsten Großstadt entfernt.
Entlang der Hauptstraße, gleich hinter dem Eingang, reihen sich die Gewerbebauten des Ortes: Bäckerei, Getränkefabrik, Schlachterei, Eisfabrik und das Haus des Kaufmanns. Schlachterei und Bäckerei lagen von Anfang an strategisch nahe am Bahnhof, über den alle Waren ankamen – und das hieß wirklich alle: Mehl, Fleisch, Bier, Baumaterial, sogar das Trinkwasser, das in den ersten Jahren per Schiff aus Kapstadt nach Lüderitz gebracht und von dort auf der Bahn hierher verfrachtet wurde.
Die Bäckerei besaß einen Senking-Ofen aus Hildesheim und war vollständig mechanisiert. Die Schlachterei hatte ein Kühlhaus, und als Nebenprodukt der Kühlanlage entstand mitten in der Wüste Blockeis: Einmal in der Woche wurde jedem Haushalt kostenlos eine halbe Stange geliefert – für die Eisschränke, von denen einer im Museum zu sehen ist. Die Limonadenfabrik versorgte den Ort mit Sprudel, das Trinkwasser gab es ohnehin gratis, 20 Liter pro Kopf und Tag.
Mehrere dieser Gebäude sind heute als Museum eingerichtet: Der Laden mit Theke und Waage, ein Büro, ein Schlaf- und ein Wohnzimmer mit Möbeln aus der Zeit und die Küche mit gusseisernem Herd zeigen, wie die Angestellten der Minengesellschaft wohnten. Von der Eisfabrik und dem Kühlraum der Schlachterei stehen nur noch die Wände – der Sand hat den Rest übernommen. Die Getränkefabrik soll nach Plänen des Betreibers künftig als Galerie genutzt werden.
Bilder











Alle Farbfotos: Anders Ellerstrand, mit freundlicher Genehmigung.
Lage im Ort
- Gebäude mit eigener Seite – anklicken
- Weitere Gebäude
- Schematisch, nicht maßstäblich. Nach dem Lageplan von Ghost Town Tours.
