Historische Aufnahme der Ladenzeile von Kolmanskop mit Bäckerei

Station 2 von 12 · ab 1908, Ausbau 1920er-Jahre

Die Ladenstraße

Bäckerei, Schlachterei, Eisfabrik, Getränkefabrik, Kaufmann

Foto: Anders Ellerstrand

Eine Bäckerei mit vollmechanisiertem Senking-Ofen, eine Schlachterei mit Kühlhaus, eine Limonadenfabrik und ein Kaufmannsladen – die Einkaufsstraße einer Kleinstadt, 1.000 Kilometer von der nächsten Großstadt entfernt.

Entlang der Hauptstraße, gleich hinter dem Eingang, reihen sich die Gewerbebauten des Ortes: Bäckerei, Getränkefabrik, Schlachterei, Eisfabrik und das Haus des Kaufmanns. Schlachterei und Bäckerei lagen von Anfang an strategisch nahe am Bahnhof, über den alle Waren ankamen – und das hieß wirklich alle: Mehl, Fleisch, Bier, Baumaterial, sogar das Trinkwasser, das in den ersten Jahren per Schiff aus Kapstadt nach Lüderitz gebracht und von dort auf der Bahn hierher verfrachtet wurde.

Die Bäckerei besaß einen Senking-Ofen aus Hildesheim und war vollständig mechanisiert. Die Schlachterei hatte ein Kühlhaus, und als Nebenprodukt der Kühlanlage entstand mitten in der Wüste Blockeis: Einmal in der Woche wurde jedem Haushalt kostenlos eine halbe Stange geliefert – für die Eisschränke, von denen einer im Museum zu sehen ist. Die Limonadenfabrik versorgte den Ort mit Sprudel, das Trinkwasser gab es ohnehin gratis, 20 Liter pro Kopf und Tag.

Mehrere dieser Gebäude sind heute als Museum eingerichtet: Der Laden mit Theke und Waage, ein Büro, ein Schlaf- und ein Wohnzimmer mit Möbeln aus der Zeit und die Küche mit gusseisernem Herd zeigen, wie die Angestellten der Minengesellschaft wohnten. Von der Eisfabrik und dem Kühlraum der Schlachterei stehen nur noch die Wände – der Sand hat den Rest übernommen. Die Getränkefabrik soll nach Plänen des Betreibers künftig als Galerie genutzt werden.

Bilder

Nachgestellter Kaufmannsladen mit Theke, Vitrinen und Waage im Museum
Der Kaufmannsladen, im Museum wieder eingerichtet
Eingerichtetes Büro mit Schreibtisch und Telefon im Museum
Ein Büro der Minenverwaltung
Schlafzimmer mit Eisenbett und Kleiderschrank im Museum
Schlafzimmer eines Angestellten
Wohnzimmer mit Büfett und Tisch, eingerichtet im Museum
Wohnzimmer mit Möbeln, die aus Deutschland importiert wurden
Gusseiserner Küchenherd mit Töpfen
Die Küche: Herd und Geschirr aus Deutschland
Weißer Holz-Eisschrank im Museum
Ein Eisschrank – das Eis kam wöchentlich aus der Schlachterei
Verfallene Halle der Eisfabrik mit Sand und Trümmern
Blick in die Eisfabrik
Kühlraum der Schlachterei mit Rohrleitungen und Sand
Der Kühlraum der Schlachterei
Sandgefüllter Raum mit offener Tür in der Ladenzeile
Der Sand ist überall
Halle mit türkis gestrichenen Wänden und Lichtflecken auf dem Sand
Das Wandgrün – die Farbe, die man von Kolmanskop mitnimmt
Verwitterte rot gestrichene Holztür
Türdetail in der Ladenstraße

Alle Farbfotos: Anders Ellerstrand, mit freundlicher Genehmigung.

Lage im Ort

Lageplan von Kolmanskop Schematischer Plan der Geisterstadt: Vom Eingang im Norden führt die Hauptstraße nach Süden. Am Hang im Westen stehen die Villen von Direktor, Buchhalter, Architekt, Quartiermeister und Ingenieur; in der Mitte das Kasino; entlang der Hauptstraße Bäckerei, Schlachterei, Eisfabrik und Museum; weiter südlich Junggesellenhaus, Arzthaus, Krankenhaus und Schule. Bahnlinie Lüderitz – Aus Eingang, Parkplatz Toiletten Werkstätten, Magazin Stauch-Residenz 1 · Kasino und Kegelbahn Bäckerei Getränkefabrik Schlachterei Eisfabrik Haus des Kaufmanns Museum 2 · Ladenstraße Junggesellenhaus Junggesellenhaus (2. Bau) 3 · Junggesellenhaus 4 · Haus des Arztes 5 · Krankenhaus Schule Haus der Lehrerin 6 · Schule und Lehrerinhaus 7 · Haus des Ingenieurs 8 · Haus des Quartiermeisters Haus des Architekten Nebengebäude 9 · Haus des Architekten 10 · Haus des Buchhalters 11 · Direktorenhaus 12 · Bar N Lüderitz 10 km ↑ B4
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