Die Siedlung Pomona in der Felslandschaft des Sperrgebiets, historische Aufnahme

Umgebung · Tagestour

Pomona

Vierzig Kilometer südlich von Kolmanskop liegt der Ort, an dem die Diamanten wirklich lagen. Zwischen 1912 und 1914 mehr als eine Million Karat – aufgesammelt von Hand, mit Spaten, Handfeger und Marmeladenglas.

Koloniales Bildarchiv, UB Frankfurt am Main

Das Pomonagebiet

Das Gebiet hat seinen Namen von der vorgelagerten Insel Pomona Island, einer der Guano-Inseln vor der Küste. Die Siedlung Pomona liegt etwa 40 Kilometer südlich von Kolmanskop und vier Kilometer von der Küste, in einer Landschaft aus Felskuppen, Tälern und Sand, die anders aussieht als alles um Lüderitz. Die Sperrverordnung von 1908 hatte das Pomonagebiet zunächst ausgenommen, und als August Stauch es im Januar 1909 mit dem Berliner Geologen Robert Scheibe durchquerte, fanden die beiden in den Tälern Diamanten in einer Dichte, die es sonst nirgends gab. Der Ort hieß zuerst „Pomonapforte“, weil er als Eingang zu den Diamantentälern galt.

Stauch gab den Tälern Namen, die bis heute auf den Karten stehen: Idatal nach seiner Frau, Barbaratal und Mariannental nach seinen Töchtern, Scheibetal nach seinem Begleiter, dazu Märchental, Hexenkessel und Stauchslager. Zwischen 1912 und 1914 wurden hier mehr als eine Million Karat gefördert – etwa 200 Kilogramm Diamanten. Anfangs sammelte man sie mit bloßen Händen auf.

Diamantensucher im Pomonagebiet, Postkarte
Diamantensucher im Pomonagebiet, Postkarte
Diamantenfelder bei Pomona
Diamantenfelder bei Pomona
Diamantensiebung per Hand
Diamantensiebung per Hand
Diamantenauslese unter Aufsicht
Diamantenauslese unter Aufsicht
Das Waschwerk
Das Waschwerk
Maschinenhaus, um 1910
Maschinenhaus, um 1910
Setzmaschinen-Anlage auf dem Rohrbachfeld
Setzmaschinen-Anlage auf dem Rohrbachfeld
Messe und Wohnungen auf dem Rohrbachfeld
Messe und Wohnungen auf dem Rohrbachfeld
Gebäude in Pomona
Gebäude in Pomona
Holzhaus mit Bewohner
Holzhaus mit Bewohner
Die Grubenbahn durch die Dünen, Postkarte
Die Grubenbahn durch die Dünen, Postkarte
Draisine mit Pferd, 1917
Draisine mit Pferd, 1917
Landverkehr: Zug in der Siedlung
Landverkehr: Zug in der Siedlung
Wächter im Pomonagebiet
Wächter im Pomonagebiet
Der „Elefantenkopf“, ein Felsen bei Pomona
Der „Elefantenkopf“, ein Felsen bei Pomona
Pomona-Insel mit Pinguinen
Pomona-Insel mit Pinguinen

Historische Aufnahmen: Koloniales Bildarchiv, Universitätsbibliothek Frankfurt am Main.

Die Siedlung

Wie in Kolmanskop entstanden auch in Pomona innerhalb kurzer Zeit Wohnhäuser, Maschinenhaus, Waschwerk und ein Schienennetz für Arbeiter und Material; die Mine lag etwa einen Kilometer von den Wohnhäusern entfernt. Die Werksbahn von Kolmanskop wurde bis Pomona verlängert und 1930 noch einmal ausgebaut – sie blieb bis in die 1940er-Jahre die einzige Versorgungsroute in den Süden, denn ab Pomona ging es nur noch per Lastwagen durch die Wüste nach Oranjemund. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Pomona eine Niederlassung der CDM, und wie Kolmanskop wurde es in den 1930er-Jahren aufgegeben.

Erinnerungen an Pomona

Marianne Coleman, in Pomona geboren, hat ihre Kindheitserinnerungen aufgeschrieben. Eine ihrer frühesten: wie die Arbeiter morgens mit leeren Marmeladengläsern, einem Spaten und einem kleinen Handfeger losgeschickt wurden und abends mit Gläsern voller Diamanten zurückkamen – „in Pomona fanden sie die schönsten Diamanten weit und breit“. Die Arbeitszeit betrug neun Stunden täglich, sechs Tage die Woche, mit freien Tagen nur zu Ostern, Weihnachten und Silvester.

Unser Haus lag auf einem Hügel, so dass der Sandsturm vorbeirauschte. Ich bin immer noch fasziniert von den Geräuschen des heulenden Windes. Die Elemente konnten dem Haus nichts anhaben, obwohl es wegen seiner Lage kaum gewartet werden konnte.

Marianne Coleman, geboren in Pomona

Die Verbindung zur Außenwelt war das Postamt: Freitagnachmittags kam die Post, und alle warteten darauf, dass sie sortiert wurde. Und wie in Kolmanskop gab es eine Kegelbahn. Den Deutschen sagte man nach, sie bauten überall zuerst die Kegelbahn und dann alles andere – sie war Sport und Treffpunkt zugleich.

Pomona heute besuchen

Pomona liegt im Tsau ǁKhaeb-(Sperrgebiet-)Nationalpark und kann nur mit einem Konzessionsveranstalter besucht werden. Die klassische Tour ist die Bogenfels-Pomona-Tagestour ab Lüderitz: etwa neun Stunden im Geländewagen durch das Sperrgebiet, mit Pomona, dem Märchental, dem Bogenfels und meist auch der Geisterstadt Bogenfels. Die Veranstalter besorgen die Parkpermits; dafür brauchen sie Ihre Passdaten mehrere Tage im Voraus, und die Tour findet nur ab einer Mindestteilnehmerzahl statt. Buchen Sie also vor der Anreise. Aktuelle Anbieter und Preise nennt das Tourismusbüro in Lüderitz; die Konzession lag zuletzt bei „Bogenfels and Diamond Tours“ in Lüderitz. Mehr zum Nationalpark →