Elisabethbucht
Etwa 45 Kilometer südlich von Lüderitz, wo die Werksbahn von Kolmanskop ans Meer stieß, entstand ab 1909 die Siedlung Elisabethbucht. Ihre erste Rolle war Wasser: 1911 baute die Koloniale Bergbau-Gesellschaft hier eine Pumpstation, die täglich 1.000 Kubikmeter Meerwasser durch eine 30 Kilometer lange Rohrleitung nach Kolmanskop drückte – für die Diamantenwäschen und, als Nebeneffekt, für das Schwimmbad im Reservoir. Der Strom kam vom Kraftwerk in Lüderitz über Land. Als die Deutschen 1914 den Betrieb einstellten, zerstörten sie die Leitung.
Unter der CDM wurde Elizabeth Bay ab den 1920er-Jahren eine eigene Mine mit Siedlung, gebaut aus Ziegeln, die in Kolmanskop aus dem Abraum der Centralwäsche gebrannt worden waren. Der Abbau lief bis 1948, dann wurde der Ort aufgegeben – und nicht wie Kolmanskop ausgeschlachtet, sondern einfach verlassen. Die Häuser stehen mit Fenstern zum Meer, der Sand kommt von der anderen Seite.
Die moderne Mine
Das ist der Unterschied zu Kolmanskop: In Elizabeth Bay wird wieder abgebaut. 1983 eröffnete die CDM eine neue Mine einige Kilometer von der alten Siedlung entfernt, die die Diamantenvorkommen unter dem Sand mit moderner Technik bearbeitet; sie wechselte mehrfach den Betreiber und wurde zuletzt von einem privaten Unternehmen weitergeführt. Der Sicherheitsposten für diese Mine liegt heute in einem der alten Werkstattgebäude am unteren Rand von Kolmanskop. Auf der Tour sehen Sie die moderne Anlage von außen – Fotografieren ist dort nicht erlaubt.
Die Tour
Die Elizabeth-Bay-Tour ist die kurze Sperrgebietstour: rund vier Stunden ab Lüderitz, im Geländewagen des Konzessionsveranstalters, mit Führung durch die Geisterstadt am Meer und Erklärungen zur Geologie der Diamantenküste. Sie eignet sich auch für Kreuzfahrtgäste und für Reisende, die nur einen Tag in Lüderitz haben – vormittags Kolmanskop, nachmittags Elizabeth Bay, wenn der Wind es zulässt. Das Parkpermit besorgt der Veranstalter; dafür braucht er Ihre Passdaten mehrere Tage im Voraus.
Buchen Sie vor der Anreise. Für alle Touren in den Tsau ǁKhaeb-Nationalpark werden die Permits beim Ministerium beantragt, das dauert. Vor Ort spontan geht es in der Regel nicht.
