Das restaurierte Kasino von Kolmanskop mit heller Fassade unter blauem Himmel

Station 1 von 12 · 1927/28

Kasino und Kegelbahn

Gesellschaftshaus, heute Museum und Besucherzentrum

Foto: Anders Ellerstrand

Ballsaal, Kino, Turnhalle, zwei Messen, Bar und im Keller eine Kegelbahn: Das Kasino war das gesellschaftliche Herz des Ortes – und ist heute der Ausgangspunkt jeder Führung.

Als das Kasino 1927 gebaut wurde, hatte Kolmanskop seinen wirtschaftlichen Höhepunkt eigentlich schon hinter sich – nur ahnte das noch niemand. Der Stahlskelettbau wurde vorgefertigt aus Deutschland geliefert und vor Ort mit Ziegeln ausgefacht, die aus dem Abraum der Centralwäsche gebrannt worden waren. Vorher stand an dieser Stelle nur eine einfache Wellblechhütte, in der man sich abends traf.

Der Neubau war für einen Ort mit rund 400 weißen Einwohnern erstaunlich großzügig: eine Halle mit Bühne, die als Theater und Kino diente, eine Turnhalle, zwei Messen (Speisesäle für Ledige und für Angestellte), eine Großküche, eine Bar und Clubräume. Im Untergeschoss liegt die Kegelbahn von 1928, die bis heute funktioniert – sie wird auf den Führungen vorgeführt, aber nicht mehr bespielt. Die Deutschen, so erzählte man sich in der Region, bauten überall zuerst eine Kegelbahn und dann alles andere.

Das Kasino war 1980 das erste Gebäude, das die Minengesellschaft CDM instand setzen ließ, als sie beschloss, aus der Ruinenstadt ein Museum zu machen. Heute befinden sich hier die Kasse, der Museumsrundgang, die „Ghost Town Tavern“ in der ehemaligen Champagnerbar sowie ein Souvenirladen, in dem auch ungeschliffene Diamanten verkauft werden. Von hier starten die Führungen, hier gibt es die einzigen Toiletten auf dem Gelände.

Bilder

Historische Aufnahme des Kasinos mit Turnhalle kurz nach der Fertigstellung
Das Kasino mit Turnhalle kurz nach der Fertigstellung, um 1928 (Reproduktion im Museum)
Eingangsbereich des Kasinos mit Holzvertäfelung und Ausstellungstafeln
Der Eingangsbereich, heute Teil des Museums
Museumsführung in der ehemaligen Großküche des Kasinos
Führung in der ehemaligen Großküche
Historisches Foto der Bühne im Saal des Kasinos
Die Bühne des Saals, der als Theater und Kino diente (Reproduktion im Museum)
Die Turnhalle des Kasinos heute mit Bühne und hohem Dach
Die Turnhalle mit Bühne heute
Die restaurierte Kegelbahn im Untergeschoss des Kasinos
Die Kegelbahn von 1928 im Untergeschoss – noch immer funktionstüchtig
Blick durch ein Fenster des Kasinos auf die Wüste
Blick aus dem Kasino in die Namib

Alle Farbfotos: Anders Ellerstrand, mit freundlicher Genehmigung.

Historische Aufnahmen

Historische Außenansicht des Kasinos in Kolmanskuppe mit Freitreppe
Das Kasino mit Freitreppe, Ende der 1920er-JahreKoloniales Bildarchiv, Universitätsbibliothek Frankfurt am Main
Das Kasino von Kolmanskuppe mit parkendem Auto, historische Aufnahme
Das Kasino von der StraßenseiteKoloniales Bildarchiv, Universitätsbibliothek Frankfurt am Main

Lage im Ort

Lageplan von Kolmanskop Schematischer Plan der Geisterstadt: Vom Eingang im Norden führt die Hauptstraße nach Süden. Am Hang im Westen stehen die Villen von Direktor, Buchhalter, Architekt, Quartiermeister und Ingenieur; in der Mitte das Kasino; entlang der Hauptstraße Bäckerei, Schlachterei, Eisfabrik und Museum; weiter südlich Junggesellenhaus, Arzthaus, Krankenhaus und Schule. Bahnlinie Lüderitz – Aus Eingang, Parkplatz Toiletten Werkstätten, Magazin Stauch-Residenz 1 · Kasino und Kegelbahn Bäckerei Getränkefabrik Schlachterei Eisfabrik Haus des Kaufmanns Museum 2 · Ladenstraße Junggesellenhaus Junggesellenhaus (2. Bau) 3 · Junggesellenhaus 4 · Haus des Arztes 5 · Krankenhaus Schule Haus der Lehrerin 6 · Schule und Lehrerinhaus 7 · Haus des Ingenieurs 8 · Haus des Quartiermeisters Haus des Architekten Nebengebäude 9 · Haus des Architekten 10 · Haus des Buchhalters 11 · Direktorenhaus 12 · Bar N Lüderitz 10 km ↑ B4
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