Ein Ochsenkarren gibt den Namen
1905 war die Bahnstrecke von Lüderitzbucht ins Landesinnere im Bau, und Fuhrleute brachten alles, was die Baustellen brauchten, mit Ochsengespannen durch die Namib. Einer von ihnen war Johnny Coleman. An einer kleinen Anhöhe östlich von Lüderitz überraschte ihn ein Sandsturm, er musste sein Gespann stehen lassen und rettete sich zu Fuß. Der Wagen blieb jahrelang im Sand.
Die Stelle hieß danach „Colemans Kuppe“, in der deutschen Verwaltungssprache Kolmanskuppe, im Afrikaansen Kolmanskop. Beide Namen bedeuten dasselbe, denn „kop“ ist im Afrikaansen die Kuppe. Drei Jahre später hob der Bahnarbeiter Zacharias Lewala genau an diesem Haltepunkt den ersten Diamanten aus dem Sand, und aus der Kuppe wurde die reichste Kleinstadt Afrikas.
Vier Schreibweisen für einen Ort

Kolmanskuppe ist die Form, die in der deutschen Kolonialzeit am häufigsten auftaucht, auf Postkarten, in Fahrplänen und auf den Karten des Diamantengebiets. Auch die Bahnstation trug diesen Namen.
Kolmannskuppe mit zwei n steht auf dem Ortsschild am Eingang, in Frakturschrift, und ist die Form, unter der die deutschsprachige Wikipedia den Ort führt.
Kolmanskop ist der afrikaanse Name und heute die amtliche Bezeichnung. Nachdem die Consolidated Diamond Mines 1920 den Abbau übernommen hatte, benutzte die Verwaltung diese Form auch in ihren Papieren; auf einem Besuchspermit von 1929 ist nur noch von „Kolmanskop“ die Rede.
Colmanskop taucht in älteren englischen Quellen auf, näher am Namen Coleman. Diese Schreibweise ist selten geworden.

Was heute gilt
Amtlich ist Kolmanskop. So steht der Ort auf namibischen Landkarten, so heißt er beim Museumsbetreiber und in fast allen englischsprachigen Reiseführern. Wer eine Adresse eintippt oder ein Permit kauft, braucht diese Form.
Im Deutschen halten sich die alten Namen. Reiseliteratur und deutschsprachige Führungen sprechen von Kolmanskuppe oder Kolmannskuppe. Diese Seite benutzt überwiegend den amtlichen Namen Kolmanskop und die deutsche Form dort, wo von der deutschen Zeit die Rede ist.
Der Ort hinter dem Namen
Kolmanskuppe liegt zehn Kilometer östlich von Lüderitz. Der Ort hatte rund 400 Einwohner und dazu etwa 800 Vertragsarbeiter im Compound außerhalb der Siedlung. Der Diamantensand bezahlte ein Krankenhaus mit dem ersten Röntgengerät des südlichen Afrikas, eine Eisfabrik, ein Kasino mit Theater und Kegelbahn, Strom und Trinkwasser für alle Haushalte. 1928 wurden am Oranje reichere Felder gefunden, 1930 stellte die Centralwäsche den Betrieb ein, 1956 gingen die letzten Familien.
Seit 1980 führt ein Museum durch die Häuser, in denen der Sand inzwischen bis an die Fensterbänke steht. Wie ein Besuch abläuft, was er kostet und wann das Licht am besten ist, steht auf der Seite Besuch planen; die ganze Geschichte in sechs Kapiteln beginnt beim Überblick, und durch die einzelnen Gebäude führt der virtuelle Rundgang.
